Während aktuell der Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA rollt und 48 Nationen darum kämpfen, Mitte Juli den goldenen Pokal in den New Yorker Abendhimmel zu strecken, wollen wir auf einen Vorfall schauen, der sich in einem Land ereignet hat, das sich leider nicht für das Turnier qualifizieren konnte: Italien.
Was ist passiert?
Wir springen in das norditalienische Bergamo. Genauer gesagt zum Stadion des Erstligisten Atalanta Bergamo, das zum Aufnahmeort eines Videos wurde, welches sich in den sozialen Medien verbreitete. Das Video ist aus der Perspektive eines Fans gefilmt, der sich außerhalb eines Spieltages dem Eingang für die Teambusse nähert. Der Eingang ist gesichert. Um Zutritt erhalten zu können, muss ein Zahlencode eingegeben werden. Während sich der Fan die Frage stellt, wie dieser Zahlencode wohl aussehen könnte, fällt sein Blick auf das in Sichtweite angebrachte Wappen des Clubs. Dabei handelt es sich um das ovale Vereinswappen, das neben dem Namen Atalanta auch die Silhouette der Göttin und mit 1907 die Jahreszahl der Gründung enthält.
Wenn Sie mal einen Blick auf das Wappen werfen, sind Sie herzlich zum Miträtseln eingeladen, wie denn nun der Zahlencode für den Zugang aussehen könnte. Haben Sie sich für die Kombination 1-9-0-7 entschieden? Super, dann hatten Sie dieselbe Intuition wie der Fan vor dem Stadion, der kurzerhand die Ziffern des Gründungsjahres des Vereins eingab und feststellen musste, dass sich das Tor direkt öffnete und ihm den Weg ins Stadion bis auf dem Platz ebnete. Abwehrriegel? Fehlanzeige.
Was nehmen wir mit?
Zugangscodes, PINs und Passwörter erfüllen ihren Zweck nur dann, wenn sie nicht erraten werden können. Weder von neugierigen Fußballfans noch von unbefugten Dritten mit ernsteren Absichten. Folgende Grundsätze sollten dabei eingehalten werden:
- Komplexität statt Komfort: Ein sicherer Code oder ein sicheres Passwort besteht aus einer komplexen Kombination von Zeichen, Ziffern und, dort wo möglich, Sonderzeichen. Naheliegende Kombinationen wie Gründungsjahre, Geburtstage, Adressen oder schlicht „1234“ sind nicht effektiv.
- Regelmäßige Überprüfung: Codes und Passwörter sollten in regelmäßigen Abständen auf ihre bestehende Wirksamkeit überprüft werden.
Der Vorfall in Bergamo endet glücklicherweise nur mit einem wohl leicht roten Kopf beim Sicherheitsbeauftragten von Atalanta Bergamo und nicht mit einem ernsthaften Schaden. In vielen anderen Fällen sieht das vermutlich anders aus.
Übrigens hat der Verein in der Zwischenzeit bekanntgegeben, ab der kommenden Saison mit einem veränderten Wappen aufzulaufen. Auffällig: Unter anderem wurde das Gründungsjahr des Vereins entfernt. Zugegebenermaßen wird es sich hierbei um eine reine Marketingmaßnahme handeln. Ob die Verantwortlichen beim Blick auf das neue, zahlenfreie Wappen zumindest auch kurz an den Eingang zum Teambus-Parkplatz gedacht haben, werden wir leider nicht erfahren.
Hier können Sie sich das Video anschauen:
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