Nachdem wir uns mit Babyphonen und Windeln beschäftigt haben, gehen wir dieses Mal einen Schritt zurück. Denn ohne Schwangerschaft werden diese Produkte in der Regel nicht benötigt. Nicht jede Schwangerschaft stellt sich sofort ein. Für viele Paare ist der Weg zum Wunschkind ein Prozess, der Geduld und Zuversicht erfordert.
Aber zum Glück gibt es ja für jedes Problem mindestens eine App. Fruchtbarkeits-Apps helfen, die fruchtbaren Tage rund um den Eisprung zu erkennen: Sie erfassen den Zyklus, sagen das fruchtbare Fenster vorher und erinnern an den optimalen Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr. Der Einsatz ist auch ganz einfach: schnell heruntergeladen, Nutzungsbedingungen und Datenschutzinformationen (sofern vorhanden) rasch weggeklickt, ein paar Gesundheitsdaten eingegeben – fertig.
Ist doch nur eine App, oder?
Grundsätzlich, aber vor allem dann, wenn Gesundheitsdaten mit einer App verarbeitet werden, lohnt sich eine gewisse Zurückhaltung. Wenn man schon nicht die seitenlangen Erklärungen liest (wer macht das schon?), sollte zumindest kurz im Netz geprüft werden, ob die App oder der Anbieter in der Vergangenheit schon einmal negativ aufgefallen ist.
Bei einer solchen Prüfung würde man schnell auf die Fruchtbarkeits-App „Premom" stoßen, die 2023 in den Fokus der Federal Trade Commission (FTC) geriet – einer US-amerikanischen Bundesbehörde, die unter anderem für den Verbraucherschutz zuständig ist.
Die FTC warf dem Betreiber der App vor, sensible Gesundheitsdaten ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben zu haben – darunter auch an Google, AppsFlyer und zwei chinesische Firmen. In den Datenschutzrichtlinien der App wurde das Gegenteil versprochen. Tatsächlich waren aber Tracking-Tools im Einsatz, die Daten wurden unzureichend verschlüsselt und die Nutzer nicht über die Datenweitergabe informiert. Damit wurde nach Ansicht der FTC gegen die Health Breach Notification Rule verstoßen.
Letztlich wurde ein Vergleich geschlossen, der kumulierte Zahlungen in Höhe von 200.000 US-Dollar, das Verbot der Weitergabe von Gesundheitsdaten ohne explizite Einwilligung, die Datenlöschung sowie die Einführung von Datenschutzprogrammen umfasste.
Die Moral von der Geschichte?
Laden und nutzen Sie Apps nicht sorglos. Je mehr Daten abgefragt werden und je sensibler diese sind, desto kritischer sollten Sie das Produkt hinterfragen. Informieren Sie sich im Netz, lesen Sie Bewertungen und prüfen Sie europäische bzw. deutsche Angebote – dort gibt es, nicht nur bei Fruchtbarkeits-Apps, grundsätzlich Alternativen.
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